Die Kirchentage 1963 und 1991 skizziert Matthias Dudde in „Evangelisch in Dortmund 1517 bis 2017“, S. 317ff.

Der 11. Deutsche Evangelische Kirchentag fand vom 24. bis 28. Juli 1963 in Dortmund statt. Im offiziellen Dokumentationsband zu diesem Kirchentag bemerkt Friedbert Lorenz in seinem Vorwort: „Ein Kirchentag verläuft anders, als es diejenigen erwarten, die ihn planen und durchführen“. Lorenz sieht einen thematischen Schwerpunkt in der „Kirchenreform“.

Kirchentag 1963

Die ersten Schritte zum Kirchentag im Ruhrgebiet werden bereits neun Jahre vorher von der Konferenz der Ruhrgebietssuperintendenten gemacht. Hier eine Zusammenfassung des Prozesses in den ersten vier Jahren:

1982-1986 Vorbereitungen

Bei der Schlussversammlung des vorausgehenden Kirchentags in Berlin laden Präses Hans-Martin Linnemann und die Oberbürgermeister von Dortmund und Bochum zum Kirchentag 1991 ins Ruhrgebiet ein.

Günter Samtlebe, OB Dortmund, Präses Hans-Martin Linnemann, Günter Eickelbeck, OB Bochum. Bei der Schlussversammlung des Kirchentags Berlin laden sie zum Kirchentag 1991 im Ruhrgebiet ein.

Günter Samtlebe, OB Dortmund, Präses Hans-Martin Linnemann, Günter Eickelbeck, OB Bochum. Bei der Schlussversammlung des Kirchentags Berlin laden sie zum Kirchentag 1991 im Ruhrgebiet ein.

Kirchentagspräsident Dr. Erhard Eppler betont auf der Tagung der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen im November 1990, dass der Kirchentag, der bis 1961 „die große gesamtdeutsche Demonstration“ war, sich angesichts der Wiedervereinigung fragen muss, „wie diese Deutschen als Ganzes ihren Platz finden in einem friedlichen Europa“.

Eppler Kirchentag 1990

Während des Kirchentags vom 5. bis 9. Juni 1991 berichteten Presse, Rundfunk und Fernsehen ausführlich über Veranstaltungen in den verschiedenen Zentren, über das Echo bei den Teilnehmenden und in den gastgebenden Gemeinden. Die „Westfälische Rundschau“ veröffentlicht am 10. Juni ein Interview mit Präses Linnemann, der frühzeitiger als viele andere vor der „Festung Europa“ warnt.

Präses Linnemann

Superintenden Klaus Philipps, Vorsitzender des landeskirchlichen Ausschusses für den Kirchentag, hebt in der Presse hervor, wie sich beim Kirchentag das Revier erstmals als Einheit präsentiert und Partnerschaften den Kirchentag bereichern können.

Revier als Einheit

Beim Kirchentag im Ruhrgebiet 1991 werden erstmals dezentrale „Zentren am Wege“ mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten eingerichtet. Im Dietrich-Keuning-Haus in Dortmund finden unter dem Titel „Gottes Stadt kennt keine Fremden – Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit überwinden“ Foren, Aktionen, Grespräche zwischen Experten und Betroffenen sowie kulturelle Darbietungen statt, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben.

 

Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit überwinden

Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit überwinden

Themenschwerpunkte: Rechtsextremismus, Rassismus, Fremdsein hat viele Gesichter

 

Geschrieben von Kirche-und-Zeit